Sie gelten im Allgemeinen nicht als die Hellsten: Tuner und Bastler, die fast ihr gesamtes Geld in ihre heißgeliebten Autos stecken und deren gesamtes Privatleben sich – außer um ihre blonde Freundin, die natürlich Frisöse ist – nur um ihre PS- starken, aufgemotzten Karren dreht. Doch wie so oft, hat das, was als allgemein anerkannte Wahrheit dient, mit der Realität nur wenig zu tun. Das Zusammentreffen solche Autobastler läuft nicht viel anders an wie bei anderen vereinsähnlichen Gruppierungen, nur eben unter dem Motto: Auto. Natürlich gibt es Autofreaks, die sich in ihren mit Breitreifen, Spoilern und riesigem Motor ausgestatteten Boliden auf Deutschlands Straßen lebensgefährliche Wettrennen liefern, und die sich mit Geldstrafen und Fahrverboten schmücken wie die Mitglieder amerikanischer Jugendgangs mit Gefängnisstrafen. Doch viele der Autoverrückten – „verrückt“ im positiven Sinn – sind ganz gewöhnliche Leute, die sich nur dadurch vom „normalen“ Rest der Menschheit abheben, dass sie ihr Hobby mit so viel Aufwand, Einsatz und Begeisterung betreiben.
Geht man einmal die Berufsbezeichnungen der Mitglieder diverser Autofanclubs durch, so wird man feststellen, dass sich unter ihnen viele Techniker und Ingenieure befinden. Dies ist vor allem bei Clubs der Fall, die weniger verbreiteten Marken huldigen, zum Beispiel Seat. Die ursprünglich vom VAG-Konzern geplante Sportwagenabteilung, baut zwischenzeitlich aber auch familienfreundliche Fahrzeugmodelle, was den Verkauf der Marke in Deutschland in den letzten paar Jahren spürbar wachsen lassen hat.
Tatsache ist auch, dass die Vereine noch andere Funktionen haben, als nur Zusammenschluss einer Gruppe von Leuten zu sein, die sich für das gleiche Automodell begeistern können. Die Vereine dienen auch dem Knüpfen neuer Kontakte, oftmals mit ausländischen Auto-Fanclubs, und dem Austausch von Erlebnissen, zum Beispiel von Reiseabenteuern. Von einem baden-württembergischen Club wird berichtet, dass dort ein Völkerkundler von der Uni Freiburg jedes Jahr einen gut besuchten Vortrag hält, und zwar über seine alljährliche Reise durch Südamerika in einem dafür speziell ausgestatteten Seat.
